Muddy Waters, Pseudonym von McKinley Morganfield (4. April 1913 - 30. April 1983), war ein amerikanischer Bluessänger und gilt in der Bluesmusik als Nachfolger seiner Vorgänger Son House, Willie Brown und Robert Johnson. In der Liste der "100 Greatest Artists of All Time" von Rolling Stone steht Waters auf Platz 17. Er wuchs bei seiner Großmutter in Clarksdale, Mississippi, auf der Stovall Plantation auf, und sie gab ihm seinen Spitznamen: Weil er als Kind im nahegelegenen Fluss spielte, nannte sie ihn Muddy Water. Mit sieben Jahren begann Muddy mit Mundharmonika (Bluesharp) und zog damit viel Aufmerksamkeit auf sich, wenn er mitten auf dem Platz ein Lied spielte. Später, mit 17 Jahren, tauschte er seine Mundharmonika gegen eine Gitarre und spielte auf lokalen Festen.
Anfangs überlebte er als Tagelöhner und versuchte, als professioneller Bluessänger mit Hilfe von Big Bill Broonzy Fuß zu fassen. Durch den Wechsel zur elektrischen Gitarre legte er mit den anderen die Grundlage für den Chicago-Sound. Seine ersten Aufnahmen für Columbia blieben unveröffentlicht, und erst 1948 gelang ihm mit I Can't Be Satisfied der Durchbruch bei dem damals noch Aristocrat-Label. Aristocrat Records wurde in diesem Jahr in Chess Records umbenannt, benannt nach den Brüdern Leonard und Phil Chess. Anfangs wurde er mit Ernest Big Crawford gekoppelt, aber nach und nach versammelte er die besten Musiker um sich: Little Walter, Jimmy Rogers, Elgin Evans und Otis Spann dominierten in den frühen 50er Jahren die Szene zusammen mit Komponist Willie Dixon. Hoochie Coochie Man, I Just Wanna Make Love to You und I'm Ready brachten ihm kommerziellen Erfolg. Begeisternde Clubauftritte festigten Muddy Waters' Ruhm, und nur sein Rivale Howlin' Wolf kam ihm nahe.
Mannish Boy (Bo Diddleys Version von Hoochie Coochie Man), Forty Days and Forty Nights und She's 19 Years Old wurden mit der Zeit zu Klassikern. 1958 reiste er nach Großbritannien, wo er das englische Publikum mit seinem elektrischen Blues überwältigte. Auch sein Auftritt beim Newport Jazz Festival 1960, bei dem er eine atemberaubende Version von Got My Mojo Working spielte, überzeugte das überwiegend weiße Publikum. In den frühen 60er Jahren griffen britische Beatbands seinen Sound auf: Bands wie The Rolling Stones (benannt nach seinem frühen Hit), The Pretty Things oder John Mayalls Bluesbreakers waren das Bindeglied für den Blues für eine ganze Generation weißer Jugendlicher. Muddy Waters' Einfluss auf den Rock ist nicht zu unterschätzen.
Waters wurde in die Mississippi Musicians Hall of Fame aufgenommen. 1983 starb er im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt im Schlaf.
In der Top 2000 von 2019 stand Muddy auf Platz 1554 mit Mannish Boy. Das kann und muss höher!
Quelle: Wikipedia Foto: Lionel Dicoster und Jean Luc Orlin











