Nina Simone wird am 21. Februar 1933 als Eunice Kathleen Waymon in Tyron, North Carolina geboren. Ihre Eltern haben acht Kinder; vier Jungen und vier Mädchen. Es wird schnell klar, dass Waymon musikalisches Talent besitzt. Bereits mit fünf Jahren spielt sie Klavier und singt im Kirchenchor. Ihr erster Auftritt findet in einer Bibliothek statt. Dieses Ereignis prägt sie für den Rest ihres Lebens, denn neben überwältigendem Applaus wird das junge Mädchen zum ersten Mal mit Rassismus konfrontiert. Während des Auftritts werden ihre Eltern aus der ersten Reihe entfernt, um Platz für weiße Besucher zu schaffen. Dieses Ereignis hinterlässt einen tiefen Eindruck bei der Sängerin. In den 1950er Jahren nimmt sie den Namen Nina Simone an. Ihr Künstlername ist eine Kombination aus dem Kosenamen ihres damaligen Freundes (niña bedeutet ‚Mädchen‘ auf Spanisch) und ihrer Lieblingsschauspielerin Simone Signoret.
Bürgerrechtsbewegung
Im Februar 1959 erscheint ihr erstes Album Little Girl Blue, das bereits über ein Jahr zuvor für Bethlehem Records aufgenommen wurde. Ihre Interpretation der George Gershwin-Ballade I Loves You Porgy aus dem Musical Porgy & Bess wird ihr erster Hit in den USA und verschafft ihr Auftritte auf verschiedenen Jazzfestivals und in der renommierten Carnegie Hall. Nina Simone spielt Lieder in verschiedenen Genres wie Blues, Folk und Gospel, wodurch sie ein breites Publikum an sich bindet. Sie ist Anhängerin der Bürgerrechtsbewegung und schreibt für die damalige Zeit sogar einige scharfe Protestsongs, darunter Mississippi Goddam und Old Jim Crow, die auf ihrem Live-Album In Concert aus dem Jahr 1964 zu finden sind. Sie hat den Rassismus in ihrem eigenen Land so satt, dass sie 1969 beschließt, die USA für immer zu verlassen. Sie lebt in verschiedenen Teilen der Welt, darunter in der Schweiz, Barbados, Liberia, Großbritannien und Belgien.
My Baby Just Cares For Me
Anfang 1969 steht Nina Simone sechs Wochen lang mit I Ain’t Got No - I Got Life an der Spitze der Charts. Einige Monate später steht ihre Version des Bee Gees-Hits To Love Somebody in den Top 10. Ihr Album ‚Nuff Said!‘ gehört damit zu den zehn meistverkauften Langspielern. In den 1970er und 1980er Jahren gibt sie weiterhin Konzerte für Jazzliebhaber, darunter das North Sea Jazz Festival 1977 und 1983. Das breite Publikum scheint sie jedoch vergessen zu haben, bis der Song My Baby Just Cares For Me, von ihrem Debütalbum, 1985 in einem Werbespot für Chanel N˚ 5 verwendet wird. 1987 wird ein Musikvideo mit Knetanimation dazu gedreht, woraufhin der Song dreißig Jahre nach seiner Aufnahme erneut die Spitze der Charts erreicht.
Tod
Die Sängerin zieht 1988 in die Niederlande. Zuerst lebt sie einige Zeit in Nijmegen, danach in Amsterdam. 1992 zieht sie nach Frankreich. Zehn Jahre nachdem My Baby Just Cares For Me in den Charts war, wird ein anderer Song in einem Werbespot verwendet. Diesmal der frühere Nummer-1-Hit Ain’t Got No - I Got Life für die Versicherungsgesellschaft AMEV. Die Single erreicht im Februar 1998 knapp nicht die Top 10. Nina Simone stirbt am 21. April 2003 im Alter von siebzig Jahren in ihrem Haus in Frankreich. Sie stirbt im Schlaf in ihrem Wohnort Carry-le-Rouet, nahe Marseille. Vier Jahre nach ihrem Tod wird Ain’t Got No - I Got Life erneut in einem Werbespot verwendet, diesmal für die Joghurtmarke Müller. Es handelt sich um eine geremixte Version von Groovefinder, einem Pseudonym des britischen Produzenten Barry Barnett. Diese Version erreicht die britischen Top 40, ist aber in den Niederlanden kein großer Hit.
Top 2000
In der 23. Ausgabe der Top 2000 ist Nina Simone mit folgenden Platzierungen vertreten:
Sunday Morning Classics
Am 7. August 2022 stand Nina im Mittelpunkt der Sunday Morning Classics mit ihrem 6. Studioalbum Wild Is The Wind (1966).
Unser Sunday Morning Classic steht auf Platz 212 der besten 500 Alben von Rolling Stone. Das Album ist voll mit kraftvollen Songs, die von einer noch jungen Nina aufgenommen wurden. Die Atmosphäre, die die Songs umgibt, ist mindestens beklemmend zu nennen; ein Effekt, der nur durch Ninas wunderschöne, etwas eigenartige Stimme verstärkt wird, aus der ein ganzes Spektrum an Emotionen spricht. Sie kann melancholisch klingen, dann wieder lieblich, um im nächsten Moment fast bissig zu schnappen. Es ist ein großartiges Album, das zu Recht einen Platz in unserer Sunday Morning Classic-Liste verdient.
David Bowie nahm eine Version von ‚Wild Is the Wind‘ für sein Album Station to Station aus dem Jahr 1976 auf. Bowie war ein Bewunderer von Simones Stil und nachdem er sie 1975 in Los Angeles getroffen hatte, wurde er inspiriert, den Song für sein Album aufzunehmen. Bowie sagte später, dass Simones Version ‚wirklich Eindruck auf mich gemacht hat... ich habe sie als Ehrung an Nina aufgenommen.‘
Quelle: NPO und Wikipedia Foto: Gerrit de Bruin
Nina hat in ihrem Leben eine große Anzahl von Alben aufgenommen. Nachfolgend findest du nur eine kleine Auswahl. Wenn du nach einem bestimmten Album suchst, lass es uns wissen. Vielleicht können wir dir dabei helfen.
















