Paul Frederic Simon (13. Oktober 1941) ist ein amerikanischer Singer-Songwriter. Von 1964 bis 1970 bildete er die Hälfte des Duos Simon & Garfunkel und ist seit 1970 Solokünstler, neben gelegentlichen Wiedervereinigungen mit Art Garfunkel. Simon hatte diverse Hits, darunter „Late in the Evening“ und „50 Ways to Leave Your Lover“. Bis 2018 veröffentlichte Simon vierzehn Soloalben, das bekannteste davon ist Graceland aus dem Jahr 1986, das mit südafrikanischen Musikern aufgenommen wurde und auf dem auch die Hitsingle „You Can Call Me Al“ zu finden ist.
Paul Simons Eltern, Belle und Louis, waren ungarische Einwanderer. Pauls Großvater – nach dem er benannt ist – floh 1903 wegen zunehmendem Antisemitismus in Ungarn in die Vereinigten Staaten. Ende der 1950er Jahre gründete der damals sechzehnjährige Simon mit seinem Schulfreund Art Garfunkel das Duo Tom & Jerry, benannt nach der beliebten Zeichentrickserie Tom and Jerry. Sie hatten in den USA mit ihrer ersten Single „Hey Schoolgirl“ einen kleinen Hit, aber weiterer Erfolg blieb aus. Unter dem Künstlernamen Jerry Landis schloss sich Simon im Sommer 1961 einer Gesangsgruppe namens Tico and the Triumphs an. Ihre Single „Motorcycle“, die Simon auch produzierte, erreichte Platz 99 der Billboard Hot 100. 1964 löste sich diese Gruppe auf. Simon und Garfunkel kamen wieder zusammen. Im Oktober 1964 veröffentlichte Columbia Records ihr Debütalbum Wednesday Morning, 3 AM. Das Album war kein Erfolg. CBS Records brachte 1965 im Vereinigten Königreich Simons erstes Soloalbum The Paul Simon Songbook heraus. Im Oktober 1965 wurde eine neue Version des Liedes „The Sound of Silence“ vom Debütalbum von Simon and Garfunkel als Single veröffentlicht. Es wurde ihr erster Nummer-eins-Hit in den USA. In den 1960er Jahren nahmen sie außerdem die Alben Parsley, Sage, Rosemary and Thyme (1966) und Bridge over Troubled Water (1970) auf. Auch der Soundtrack des Films The Graduate (1967) enthält viel ihrer Musik, darunter den Song „Mrs. Robinson“. Das Duo trennte sich 1970, woraufhin Simon sofort mit den Aufnahmen seines zweiten Soloalbums begann. Dieses Album, Paul Simon genannt, wurde 1972 veröffentlicht. In den folgenden Jahren erschienen There Goes Rhymin' Simon (1973), Still Crazy After All These Years (1975) und Hearts and Bones (1983).
Neben seiner Rolle als Erneuerer der (amerikanischen) Folkmusik erlangte Simon – in der zweiten Hälfte seiner Karriere als Solokünstler – Ruhm als geschickter Improvisator bei der Verschmelzung nicht-westlicher Musikstile mit seiner eigenen westlichen Interpretation. Dafür verbrachte er eine Zeit lang in der jeweiligen Kultur: Graceland aus dem Jahr 1986, nach einem etwa zweiwöchigen Aufenthalt in Südafrika, ist ein besonderes Ergebnis davon. Auf diesem Album sind Hits wie „Homeless“ (teilweise auf Zulu), „The Boy in the Bubble“ und „Diamonds on the Soles of Her Shoes“ zu finden. Ladysmith Black Mambazo, eine der mitwirkenden Bands, wurde durch das Album populär. Simon war der erste internationale Künstler, der in Südafrika ein Konzert gab, nachdem die Vereinten Nationen die von ihnen wegen der Apartheid verhängte Boykott aufgehoben hatten. Dieses Konzert fand am 11. Januar 1992 in Johannesburg statt.
Am 5. Februar 2018 kündigte Simon in einem Brief an seine Fans an, dass er als Künstler aufhören werde. Gleichzeitig gab er seine Abschiedstournee bekannt, die am 16. Mai desselben Jahres in Vancouver, Kanada, begann. Nach unter anderem zwei Konzerten in der Ziggo Dome in Amsterdam am 7. und 8. Juli beendete er die Homeward Bound Farewell Tour im Flushing Meadows Corona Park in New York am 22. September 2018. Am 7. September 2018 erschien sein vierzehntes und letztes Soloalbum In the Blue Light, auf dem er neue Versionen zuvor aufgenommener Songs präsentierte, die seiner Meinung nach in seinem Werk zu wenig Beachtung gefunden hatten.
Quelle: Wikipedia Foto: Matthew Straubmuller (imatty35) und Miho



















