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Stevie Wonder

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Stevie Wonder

Stevie Wonder (geboren am 13. Mai 1950) ist einer der wichtigsten schwarzen amerikanischen Popsänger und Komponisten des 20. Jahrhunderts. Bei seiner Geburt war Stevie blind. Dieses Handicap verwandelte er jedoch in grenzenlose musikalische Kreativität, gefördert in seiner Jugendjahre durch seinen Onkel, den legendären Pop- und Jazzmusiker Ray Charles ("Hit The Road Jack", "Busted"). Dieser war als Kind ebenfalls blind geworden und wusste nur zu gut, was eine solche Rückschlag bedeutete.

Stevie Wonder zeigte schon früh eine große musikalische Begabung. Auf einer einfachen Mundharmonika spielte er Melodien nach, sobald er sie gehört hatte. Auch mit dem Klavier wurde er schnell vertraut. Und mit anderen Instrumenten. Ganz aus dem Gefühl heraus. Es war erstaunlich. Onkel Ray Charles stellte ihn bei der Plattenfirma Motown in Detroit vor, und dort erzielte Stevie als "Little Stevie Wonder" im Alter von nur 13 Jahren 1963 seinen ersten großen Hit, "Fingertips (pt. 2)", der im August desselben Jahres Platz eins der amerikanischen Top 100 erreichte. "Fingertips" bezieht sich auf die Brailleschrift, mit der Blinde mit ihren Fingerspitzen lesen können. Nach diesem Hit und weiteren wie "Uptight", "For Once In My Life" und "My Cherie Amour" war Stevie bald nicht mehr aus der Welt der Popmusik wegzudenken.

Sunday Morning Classic

Am 14. Juli 2019 lag das Album "Songs in the Key of Life" bei uns auf dem Plattenteller während der Sunday Morning Classics.

Dieses Album stammt aus einer als klassisch bekannten Periode, zu der auch die Vorgänger Music Of My Mind, Talking Book, Innervisions und Fullfillingness First Finale gehören. Es ist die Zeit, in der er das strenge Korsett von Motown, das bis dahin seine Kreativität einschränkte und wie ein Joch auf seinen Schultern lag, abstreifte und einen neuen Vertrag aushandelte. Auf diesen Alben bestimmte er ganz allein den künstlerischen Inhalt, und je mehr Motown bemerkte, dass seine Herangehensweise funktionierte und riesige Stückzahlen seiner Alben verkauft wurden, desto eher konnte das große Label damit leben.

Songs In The Key Of Life, das fünfte Album in dieser Reihe, ist eine Platte, die 1976 als Doppel-LP in Kombination mit einer EP erscheint. Der Titel der EP lautet A Something’s Extra For Songs In The Key Of Life. Für die Jüngeren unter uns: Eine EP hat die Größe einer 7-Zoll-Scheibe und wird mit der Geschwindigkeit einer LP abgespielt. Auf der EP sind vier Songs, womit das Album insgesamt 21 Songs umfasst. Stevie ist erst 26 Jahre alt, als das Album nach fast drei Jahren Vorbereitung endlich erscheint und wie eine Bombe einschlägt.

Es ist ein komplettes Mikrokosmos schwarzer Musik mit einer einzigartigen Mischung aus Soul, R&B, Jazz und Pop. Instrumental ist jeder Song mehr als interessant, auch wenn die Kompositionen stark variieren. Der eine Song wird vom Rhodes-Klang bestimmt, der nächste ist typisch funky mit Bassmelodie, und dann steht wieder Elektronik im Mittelpunkt. Auch wenn dies kein 'Best of'-Album ist, werden dir viele Melodien bekannt vorkommen. Zum Beispiel die Ode an Duke Ellington Sir Duke mit seinem herrlichen Bläserintro. Oder der Sambarhythmus aus Another Star. Ganz zu schweigen von (dem Hit?) Isn’t She Lovely, in dem Stevie auf ausgelassene Weise über seine Tochter singt. Instrumental durchweg stark.

Was die Texte angeht, finde ich es persönlich eine andere Geschichte. Die Themen sind vor allem Liebe und Trauer, aber auch spezifischere Jugenderinnerungen, darunter Szenen aus dem Ghetto. Mal sind die Texte sehr einfach und Gefühle von Liebe kommen sehr pur rüber, dann wieder stört mich der belehrende Ton, wie zum Beispiel bei Black Man. Diese Texte sind vollständig im Booklet abgedruckt. Auf den dreiundzwanzig beschriebenen Seiten neben den vielen Danksagungen steht auch für jeden Song, wer alles an diesem Album mitgewirkt hat.

Auffällig ist, wie oft Stevie selbst alle Instrumente spielte, aber auch einige große Namen genannt werden. Zum Beispiel George Benson, der Gitarre spielt und einer der Backgroundsänger bei Another Star ist, Herbie Hancock, der Keyboards spielt und bei As mit Handclaps zu hören ist, und Minnie Riperton, die eine der Background-Vocals bei Ordinary Pain übernimmt.

2006 holten George Michael und Mary J. Blige "As" aus dem Plattenregal. Mit einem neuen Arrangement, aber einem klar erkennbaren Sound, haben sie einen erheblichen Beitrag zu Stevie Wonders Tantiemen geleistet.

Quelle: Wikikids und Jan Liebregts Foto: Motown Records und Rózsavölgyi Gyöngyi Fotografin, Fotojournalistin

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