Caroline van der Leeuw ist bekannt geworden unter dem Künstlernamen Caro Emerald. Caro Emerald wird ein weltweiter Erfolg, doch Caroline fühlt sich immer weniger wohl in dem Image und beschließt aufzuhören. Sie gründet die Band The Jordan, eine Übersetzung des Amsterdamer Stadtteils Jordaan, wo ihre Wurzeln liegen.
Es ist natürlich sehr cool, wenn man unter dem Namen Caro Emerald großen Erfolg im In- und Ausland hat und dann plötzlich beschließt, sich von dem zugänglichen Ballroom-Jazz, filmischen Tangos und groovigen Jazzliedern, die das Publikum so liebt, zu distanzieren. The Jordan hatte bereits über 500.000 Streams bei ihren ersten beiden Tracks ('You Don't Even Know Me' und 'Naked in the Sun'), obwohl niemand von ihr wusste und sie kaum in den sozialen Medien präsent war.
Nowhere Near The Sky
Das Debütalbum Nowhere Near The Sky erschien am 10. Februar 2022. Es ist ein sehr persönliches Album geworden. Produziert wurde es von David Kosten, bekannt für seine Arbeit mit unter anderem Bat For Lashes, Chris Martin, The Flaming Lips und Everything Everything.
Die Musik von Van der Leeuw ist immer noch filmisch, aber die Musik auf Nowhere Near The Sky hat eine viel tiefere Ebene. Ein großer Kontrast zur Fröhlichkeit von zum Beispiel Stuck, einem der Hits aus der Caro Emerald-Phase. The Jordan überzeugt mit zurückhaltenden, ruhigen Songs wie The Room, Mmm und You Don’t Even Know Me und bombastisch großen Mid-Tempo-Stücken wie You Will Never Make Me Cry Again, Waste Me und Someone New. Letztere zwei könnten übrigens prima als Titelsongs für eine Krimiserie dienen. In Best Damn Day baut The Jordan Spannung auf, indem sie düster und dunkel beginnt, aber wenn der Refrain einsetzt, verwandelt sich der Song plötzlich in eine James-Bond-Hymne. Auf Nothing New gibt es übrigens einen angenehmen Gastbeitrag von Koen de Witte, Sänger/Gitarrist der Maastrichter Band Solomon. Ein Mann mit einer durchdringenden Stimme, die wunderbar zu den klaren Vocals von The Jordan passt.
Dass sich die Sängerin von Massive Attack und Portishead inspirieren ließ, ist kein Geheimnis. Nimm die Musik dieser Bands zur Hand und du weißt, dass sie Recht hat. Popmusik mit manchmal einem dunklen Rand und vielen Trip-Hop-Einflüssen. Es erinnert auch an Billie Eilish und Lana Del Rey dieser Welt.
Nowhere Near The Sky ist ein sehr angenehmes Debüt einer erfahrenen Künstlerin, die weiß, was sie tut und endlich die Musik macht, hinter der sie voll steht. Es ist ein Album, das wie ein Soundtrack an dir vorbeizieht. Eines, das du von Anfang bis Ende voll erleben möchtest. Best Damn Day und Naked in the Sun sind einige Höhepunkte dieses Albums; es ist eigentlich handwerklicher Pop aus den 80ern, aber mit modernen Elementen wie pumpenden Drums und Bässen aus dem Dubstep und ein bisschen Trip-Hop.
Ob mit dieser Musik auch große Hallen gefüllt werden, wie Caro Emerald es zum Beispiel in der Royal Albert Hall tat, ist fraglich. Warum? Weil das andere Kost ist. Weniger kommerziell und weniger geeignet für Radiosender, also wird The Jordan mehr Mühe haben, große Menschenmassen zu erreichen.
Quelle: diverse Websites Foto: Pressefoto neues Album

