The War On Drugs kommen aus Amerika und begannen 2005 zu spielen. Frontmann Adam Granduciel zog einige Jahre zuvor nach Philadelphia. Die erste Person, die er kennenlernte, war Kurt Vile. Gemeinsam begannen sie zu spielen, woraufhin schnell die Band The War on Drugs entstand. Das dritte Studioalbum Lost In The Dream bedeutete den großen Durchbruch.
Die Besetzung von The War On Drugs wechselte häufig, und Ende 2008 verließen Kurt Vile, Charlie Hall und Kyle Loyd die Gruppe. 2011, als die neue Besetzung komplett war, erschien ein neues Album. Das zweite Studioalbum der Band ist Slave Ambient.
Lost In The Dream
Ende 2013 wurde ein neues Album angekündigt. Lost In The Dream kam im März 2014 in die Läden. Die Band stellte das Album eine Woche vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin online für ein ‚First Listen‘ bereit. Die Songs 'Red Eyes' und 'Under Pressure' kamen gut an und bedeuteten den großen Durchbruch für The War On Drugs. Die Band spielte 2015 unter anderem auf Rock Werchter und Down The Rabbit Hole.
Top 2000
In der 23. Ausgabe der Top 2000 sind The War On Drugs mit 4 Einträgen vertreten:
Sunday Morning Classic
Am Sonntag, den 31. Juli 2022, waren die Jungs unsere Gäste als Sunday Morning Classic mit ihrem Album "Lost In A Dream" aus dem Jahr 2014.
2011 erregte The War On Drugs mit Slave Ambient auf beeindruckende Weise Aufmerksamkeit, einem Album voller kosmischer Americana und Roots-Rock, das der Band zu weltweiter Anerkennung verhalf. Adam Granduciel, kreatives Mastermind hinter The War On Drugs, war sich bei der Arbeit am Nachfolger bewusst, dass die Erwartungen hoch waren und er nicht mehr aus dem Hintergrund agieren konnte. Nach einer langen Phase der Verzweiflung, Isolation und Aufnahmen an verschiedenen Orten nahm das neue Album schließlich Gestalt an.
Relevant als Album-Band zu sein, das ist Granduciels Ziel. Mit Lost In The Dream fügt er seiner Diskografie jedenfalls einen neuen Höhepunkt hinzu. Es ist ein Album, das die Türen weit öffnet, das Gaspedal durchtritt und sich zu passenden Momenten auch wieder beruhigt. Und das größtenteils in einer weiten amerikanischen Landschaft.
Lost In The Dream trägt das Erbe großer amerikanischer Songwriter wie Bob Dylan, Bruce Springsteen und Tom Petty auf eindrucksvolle Weise weiter. Das Besondere an The War On Drugs ist, dass Granduciel diese klassische Rockmusik mit Elementen aus Synthie-Pop und Krautrock verwebt. Auch epische Musik der 1980er Jahre, wie die von The Waterboys, schwebt über Lost In The Dream.
So gibt es den klangvollen, elegant vorantreibenden Opener Under The Pressure, der auf Granduciels Zusammenbruch im Vorjahr anspielt, mit einem Klaviermotiv, das in seiner Schlichtheit strahlt. Strenge Motorik bildet oft die Basis unter Granduciels üppigen und glühenden Songs. Das gilt für die kraftvolle Single Red Eyes, bei der Saxophon und Synthesizer der Musik eine eigene Atmosphäre verleihen, und für An Ocean In Between The Waves; dunkler und trostloser; wir hören Granduciels melancholische Betrachtungen über einen knallharten Beat, umgeben von schönen, geschmackvoll dosierten Klängen aus dem Gitarrenarsenal der Band. Burning ist ein weiteres Beispiel mitreißender Breitwandmusik, angetrieben von einer erneut starken Gesangslinie. Hier weht manchmal auch ein englischer Wind, aus der Ecke von The Chameleons und New Order, doch vor allem wird Bruce Springsteen hier auf schöne Weise zitiert.
All diese Uptempo-Höhepunkte werden durch ausgedehnte Balladen und eine einzelne instrumentale Reise verbunden, die das Album schön ausbalancieren. Das lebensnahe Beziehungsdrama Suffering plätschert etwas dahin, gewinnt aber an Kraft durch wunderschöne, effektvolle Gitarren und die richtigen Hooks. Auch der abschließende Track In Reverse hat diese langsam anziehende Wirkung.
The War On Drugs erreichen mit dem Schlüsselsong Eyes To The Wind große Höhen: ein denkwürdiger, warm pulsierender, klassischer Track, mit dem sich Granduciel im Stil von Bob Dylan endgültig in den Kanon wichtiger amerikanischer Songwriter einreiht.
Adam Granduciel nannte Lost In The Dream ‚mehr ein Bandalbum‘. Dieser Bandaspekt ist auf diesem Album nicht direkt hörbar, aber live wird die Rolle seiner Bandkollegen zweifellos wachsen und die Songs werden sich in einem raueren Gewand weiterentwickeln. Lost In The Dream ist ein Album, an dem hörbar viel gearbeitet wurde, hauptsächlich von Granduciel selbst, der den meist langen Songs so viel Atmosphäre wie möglich verleihen wollte. Auf der Bühne kann die Band hier noch viel experimentieren.
Auf diesem dritten Album von The War On Drugs trifft es oft ins Schwarze. Und wenn es trifft, dann richtig. Lost In The Dream ist ein Album, das unter die Haut geht, aber auch neue Horizonte eröffnet und jetzt schon als eines der Highlights des Jahres gilt.
Geschrieben von Edwin Hofman (Written in Music)
Quelle: NPO und Wikipedia Foto: Sputniktilt







